Hauptstadtreisen
Endlich angekommen in Berlin! Momentan lebe ich in Hagen und in Berlin besuchte ich meine Schwester, die vor kurzem zum Studieren in die Hauptstadt zog. Ich bin noch nie in Berlin gewesen, aber es reizte mich schon immer sehr, es mal kennen zu lernen.
Am Bahnhof wartete meine Schwester schon auf mich und wir fuhren mit der Straßenbahn zu ihr nach Hause. Wahnsinn, wie groß doch Berlin ist. Für mich, die ich ja noch nie dort war, war es aber auch etwas unübersichtlich.
Meine Schwester wohnt mitten im Szene-Kiez Prenzlauer Berg, wo ich es absolut super fand. Dort wohnen viele Studenten, aber auch Familien mit kleinen Kindern. Eine ausgewogene Mischung macht die Atmosphäre zu etwas Besonderem. Abends kann man super weggehen oder es sich einfach in einer Bar gemütlich machen.
Drei volle Tage lagen vor mir und ich war gespannt, was mich erwarten würde. Am meisten freute ich mich auf eine Shoppingtour mit meiner Schwester über den Ku’Damm. Immerhin ist das die Shoppingmeile in Berlin und in Mode hat sie bestimmt einiges zu bieten. Meine Schwester war mindestens genauso aufgeregt wie ich, denn immerhin war ich die erste, die sie überhaupt besuchen kam. Sie wollte mir Berlin uns ihr neues Leben dort von seiner besten Seite zeigen.
Unsere Sightseeing-Tour begann am Alexanderplatz, der wie ich fand, eine einzige Baustelle war. Ich wollte aber unbedingt auf den Fernsehturm. Das ist doch ein Muss, wenn man schon mal in Berlin ist. Von oben hatte man eine geniale Aussicht. 40 km konnten wir über die Stadt schauen und ich konnte mir mein erstes Bild von Berlin machen. Mein erster Eindruck, dass Berlin sehr unübersichtlich ist, hat sich nur noch bestätigt. Von oben sah ich die Nikolaikirche, die älteste Kirche Berlins. Da wollte ich als nächstes hin. Auf dem Weg kamen wir am Roten Rathaus vorbei.
Angekommen im Nikolaiviertel durchdrang mich ein Hauch von Tradition.Ein krasser Gegensatz zum Prenzlauer Berg. In den meisten Restaurants, die es im Nikolaiviertel gibt, kann man gut bürgerlich essen. Aber das war nichts für uns. Wir sind dann doch zu McDonald’s gegangen.
Nach dem Mittagessen entschlossen wir uns spontan, eine Stadtrundfahrt zu machen. Los ging sie direkt am Alex und endete am Ku’Damm, wo ich ja sowieso hin wollte. Das passte also ganz gut. Wir kamen am Brandenburger Tor, am Regierungsviertel, an der Siegessäule, am Checkpoint Charlie, am Potsdamer Platz, an der Bernauer Straße und am Schloss Charlottenburg vorbei. Berlin hat unglaublich schöne Sehenswürdigkeiten zu bieten und es gibt verhältnismäßig viel Grünfläche, wie ich fand. Geendet hat die Stadtrundfahrt also am Ku’Damm in der Nähe der Gedächtniskirche. Ein schönes Bauwerk, was allerdings im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört wurde.
Am Ku’Damm angekommen, gingen wir als erstes ins KaDeWe. Ich war total beeindruckt. Das KaDeWe hat sechs Etagen. Ganz oben ist eine richtige Gourmetabteilung. Es gab sogar eine Abteilung mit amerikanischem Essen, wo ich endlich ich meine geliebte Dr. Pepper bekam. Dr. Pepper ist nämlich ein amerikanisches Getränk, was es sonst so in Deutschland gar nicht zu kaufen gibt. Danach gingen wir weiter den Ku’Damm entlang und ich schlug kräftig zu. Die Auswahl war riesig. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst reingehen sollte. Am Ku’Damm sah man auch viele Straßenkünstler und es war toll mit anzusehen, wie die Leute um einen herum mitmachten.
Als letzten Programmpunkt für diesen Tag fuhren wir zum Brandenburger Tor, dem Wahrzeichen Berlins. Das Brandenburger Tor ist wirklich sehr pompöses. Wir machten viele Fotos und schauten uns danach von den Reichstag an, weil wir noch etwas Zeit hatten. Am Besten gefiel mir die gläserne Kuppel. Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu und am Abend gingen wir in der Nähe unserer Wohnung noch etwas essen.
Ich war von Berlin total beeindruckt und ich beschloss, meiner Klasse vorzuschlagen, eine Klassenreise nach Berlin zu machen. Dieses Jahr sollte noch eine anstehen und wir hatten uns noch nicht auf ein mögliches Ziel geeinigt. Ich weiß, dass viele meiner Mitschüler schon immer mal nach Berlin wollten und es würde sich als Abschlussfahrt einfach anbieten.
Am nächsten Tag wollten wir auf den Spuren der ehemaligen DDR wandeln. Wir fuhren in das DDR Museum in der Nähe des Alexanderplatzes. Dort sah man einen original Trabbi aus der DDR. Wir konnten uns sogar reinsetzen, den Zündschlüssel drehen und das Lenkrad lenken. Es wurde eine echte Fahrt durch eine Plattenbausiedlung simuliert. Überhaupt vermittelt das Museum das Leben in der DDR sehr interaktiv und manchmal hatte ich das Gefühl, selber dort gelebt zu haben.
Wir fuhren dann noch zum Checkpoint Charlie, wo wir uns mit Soldaten fotographieren ließen. Das Museum dort fand ich nicht so spannend, weil es einfach viel zu viel Text zum Lesen war und das wurde auf Dauer zu anstrengend.
Zum Schluss fuhren wir an den Oststrand direkt am Ostbahnhof. Dort in der Nähe befindet sich auch die East Side Gallery. Die East Side Gallery ist der größte erhaltene Rest der Berliner Mauer und bunt bemalt und beschrieben. Am Ostrand hatte ich richtig das Gefühl, auf einer Südsee-Insel zu sein. Wir tranken Cocktails und lauschten der Reggae-Musik.
Der letzte Tag und somit der Tag der Abreise war gekommen. Ich vermisste Berlin jetzt schon. Meine Schwester brachte mich noch zum Bahnhof und mir war klar, dass auf jeden Fall bald wiederkommen würde. Wenn vielleicht nicht mit meiner Klasse auf einer Klassenreise, dann aber sicher alleine.
